Herzensbildung - Kindern Empathie und Selbstmitgefühl vermitteln

3teilige Fortbildung für Lehrer und Pädagogen

"Dann brauche ich...diejenige Art von Bildung, die man einst mit gutem Grund Herzensbildung nannte: Gestützt auf wachsende Einsicht in die Logik und Dynamik meines seelischen Lebens, lerne ich, dass Gedanken, Wünsche und Gefühle kein unabwendbares Schicksal sind, sondern etwas, das man bearbeiten und verändern kann, in Grenzen zwar, aber doch weitergehend, als ich gedacht habe."

                                     Peter Bieri

 

Wie können wir Kindern und Jugendlichen Empathie, Achtsamkeit, Mitgefühl und Präsenz lehren? Oder anders ausgedrückt: wie können wir eine Herzensbildung fördern, um so den uns anvertrauten Kindern die wichtigsten Werkzeuge für gute und gelingende Beziehungen mitgeben? Wie können wir Kindern beibringen, mit schwierigen Gefühlen umzugehen, damit daraus nicht Streit, Aggression und Gewalt (gegen sich selbst und andere), sondern Verständnis umd Mitgefühl entstehen?

Wie können wir zusammen mit Kindern einen Raum schaffen, in dem erfolgreiches Lernen und Entwicklung möglich ist? Einen Raum mit einer liebevollen und angstfreien Atmosphäre, die nach der neueren Hirnforschung eine wichtige Voraussetzung für Lernen ist. Auf diese Fragen wollen wir in der Fortbildung Antworten finden!

 

Viele Menschen (nicht nur Kinder) sind in unseren modernen Zeiten oft außer sich, es fehlt an Ruhe, Einfühlungsvermögen und Präsenz. Der Alltag fordert viel Aufmerksamkeit im Außen und der Kontakt zu dem, was in uns selbst vorgeht, hat wenig Raum und wird nicht gelehrt und gefördert. Doch nur wenn ich mich selbst wirklich spüre, mit mir selbst in Verbindung und Einklang bin, kann ich auch andere Menschen besser verstehen, offen für Neues sein und gesunde Beziehungen eingehen. Diese Fähigkeiten können nur dann mit Erfolg weitervermittelt werden, wenn wir sie im Umgang mit Kindern und Jugendlichen authentisch leben. Dies setzt die Bereitschaft der erwachsenen Fachkräfte voraus, sich nach innen zu wenden, sich selbst mit Achtsamkeit und Mitgefühl zu begegnen, um so die Verbindung zum eigenen Herzen zu stärken. Dann können diese Qualitäten in ganz natürlicher Weise vorgelebt und authentisch vermittelt werden. Die Methoden und Werkzeuge dazu erlernt jeder Teilnehmer sozusagen erst am eigenen Leib, um sie dann weitergeben zu können. Aus diesem Grund gliedert sich der Lehrgang in drei Module mit dazwischen liegender Übungszeit.

 

Modul 1: Im Kontak mit mir selbst - eigene Herzensbildung

Wie begegne ich mir selbst mit Mitgefühl und Achtsamkeit?

Die Zahl der Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Selbstmitgefühls ist in den vergangenen Jahren start angestiegen und sie belegen sehr eindrücklich seine Wirkung auf das Wohlbefinden. Menschen, die "selbstmitfühlender" sind, haben nachweislich eine bessere körperliche Gesundheit, sind zufriedener und besitzen eine größere Resilienz, um mit herausfordernden Ereignissen in ihrem Leben umzugehen. Achtsamkeit und Selbstmitgefühl gehen Hand in Hand und wir brauchen beides, um dem Leiden in unserem Leben und unserer Unvollkommenheit als Menschen mit warmherziger und verbundener Präsenz begegnen zu können.

 

In diesem Modul werden verschiedene Techniken und Prinzipien der Achtsamkeit, des Selbstmitgefühls und der Empathie vermittelt. Es sollen Fähigkeiten erlernt werden, um im Alltag über mehr Mitgefühl für sich selbst und für andere zu verfügen. Dabei wird jeder Teilnehmer einen eigenen Übungsplan entwickeln: was soll meine persönliche Achtsamkeitspraxis sein? Welche schwierigen Gefühle möchte ich in den Fokus nehmen? Wie und wann passen Mitgefühlsübungen in meinen Alltag?

Das Ziel besteht darin, sein eigener bester Lehrer zu werden, um anschließend dieses Wissen authentisch weitergeben zu können!

 

Termin: 

voraussichtlich 29.01.21, 18.00 - 21.00 Uhr und 30.01.21, 9.30 - 16.30 Uhr

 

Modul 2: Im Kontakt mit anderen - Bildung von Herz zu Herz

Wie vermittle ich Kindern und Jugendlichen Empathie, Mitgefühl und Achtsamkeit?

Auch Kinder leiden unter Ängsten, Traurigkeit, Zweifeln, Wut und anderen negativen Emotionen. Welche Möglichkeiten habe ich als Kind, wenn mich solche schlimmen Gefühle überfallen? Wie kann ich meine eigenen Gefühle erkennen, benennen und bewältigen? Wie kann ich die Gefühle anderer wahrnehmen, erkennen und begegnen? Wie können Spiel, Kreativität und der Körper dabei eingesetzt und genutzt werden?

Selbstmitgefühl bedeutet sich selbst so zu behandeln, wie man mit seinen besten Freund umgehen würde, wenn der sich schlecht fühlt oder etwas vermasselt hat. Und dies wiederum führt uns auch zum Mitgefühl und zur Achtsamkeit. 

 

In diesem Modul werden wir die Erkenntnisse, Schwierigkeiten und Fragen besprechen, die in der eigenen Übungspraxis aufgetaucht sind, um uns dann der Vermittlung von Selbstmitgefühl und Empathie zuzuwenden. Es werden kindgerechte Erklärungen der Prinzipien und angemessene Techniken erlernt. Auch hier sollen die Inhalte von den Teilnehmern an ihre Lehrumgebung und Situation individuell angepasst werden.

 

Termin:

voraussichtlich 12.03.21, 18.00 - 21.00 Uhr und 13.03.21, 9.30 - 16.30 Uhr

 

Modul 3: Im Kontakt miteinander - Herz und Kopf

Schwierigkeiten, Fragen, Erfolge - Zeit für Supervision und Austausch

Wir müssen uns bewusst darüber sein, dass schwierige Situationen auftauchen können, wenn wir lernen und lehren. Vielleicht wird man mit problematischen Emotionen oder schmerzhaften Selbsturteilen in Berührung kommen? Vielleicht konnten manche Übungen nicht umgesetzt werden oder haben nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben? Vielleicht haben manche Übungen besonders gut gewirkt?

 

In diesem Modul werden wir unsere Erfahrungen austauschen, Übungen und Techniken erweitern, anpassen und uns gegenseitig stärken und bereichern.

 

Termin:

voraussichtlich 08.05.2021, 9.30 - 13.00 Uhr

 

Gesamtkosten für alle drei Module: € 395,00

 

Die Fortbildung wird in gut erreichbaren Räumen in Bamberg oder Umgebung stattfinden. Es können maximal 12 Personen teilnehmen. Es ist nur möglich alle drei Module zu besuchen.