Safe and Sound Protocol (SSP)

Das Safe and Sound Protocol (SSP) ist eine ganz neue Therapieform, bei der frequenz-modulierte Musik gehört wird, um so unser Autonomes Nervensystem zu trainieren. Es ist besonders wirksam bei Menschen, die in einer hohen Anspannung sind, sich häufig unsicher und bedroht fühlen oder sich abgeschnitten, eher taub und dissoziiert fühlen. Beides sind Anzeichen dafür, dass das Autonome Nervensystem in einem chronischen unbewussten Alarmzustand befindet.

Das Hören dieser besonderen Musik bewirkt eine Stimulation des Vagus-Nervs über das Mittelohr, was auf einer unbewussten Ebene zu einem Gefühl von Sicherheit führt.  SSP basiert auf der Polyvagal-Theorie, bei der Dr. Stephen Porges, ein amerikanischer Neurowissen-schaftler, eine neue Sicht auf unser Autonomes Nervensystem entwickelt hat.

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich nun schon mit der Polyvagal-Theorie und bin fasziniert von diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie untermauert meine praktischen Erfahrungen, dass der Körper immer in die Psychotherapie mit einbezogen werden muss. Deshalb freue ich mich ganz besonders mit dem Safe and Sound Protocol eine neue wunderbare Möglichkeit zu haben, bei der das Autonome Nervensystem in einen Zustand von Sicherheit und Wohlbefinden geführt werden kann.

 

Wer gerne mehr zur Polyvagal Theorie wissen möchte, es gibt ein wunderbares Video eines Kollegen, hier der Link:

 

Der Polyvagal-Kreis - YouTube

 

Was ist nun SSP und wie wirkt es?

 

Beim SSP werden durch das Hören von frequenz-modulierter Musik die Muskeln des Mittelohrs stimuliert und trainiert. In einem dysregulierten Nervensystem haben die Muskeln des Mittelohrs weniger Spannung und dadurch wird das Hören beeinflusst, ohne dass uns dies bewusst ist. Unterhalb der Bewusstseinsschwelle werden dann Anzeichen und Signale von Gefahr wahrgenommen, auch wenn dort objektiv keine sind. Die niederfrequenten Töne können von schlaffen Ohrmuskeln nicht mehr herausgefiltert werden und stressen deshalb das Nervensystem ständig. Dadurch werden menschliche Stimmen nicht mehr normal gehört und die Regulations-möglichkeiten durch soziale Kontakte vermindert.  Dies führt dazu, dass sich unser System immer in einem Alarmzustand befindet, also entweder der Sympatikus übererregt ist (Wut, Stress, Angst,…) oder der sogenannte Totstellreflex aktiviert ist (Depression, Dissoziation, Erstarrung…).

Dies hat große Auswirkungen auf unser gesamtes System, auf unseren Körper, unsere Gefühle und unsere Wahrnehmung der Welt. Das SSP erreicht durch die Stimulation der Mittelohrmuskeln eine Aktivierung des Ventralen Vagus, und unseres sogenannten „Social Engagement System“. Das ist der Funktionskreis unseres Nervensystems, der uns in einen Zustand der Sicherheit bringt, soziale Kontakte ermöglicht und uns wieder Zugang zu unseren Ressourcen haben lässt.

SSP wurde ursprünglich von Stephen Porges zur Therapie von Autismus entwickelt, es zeigte sich aber bald, dass es auch in vielen anderen Bereichen sehr wirksam ist. Dazu gibt es bereits mehrere anerkannte, wissenschaftliche Studien (Research - Integrated Listening Systems (iLs)

 

SSP kann bei sehr vielen Problematiken eingesetzt werden, hier ein paar Beispiele:

  •  Traumafolgestörungen
  •  Schwierigkeiten bei der Selbstregulierung
  •  hohe Anspannung und Stresszustände
  •  Chronische Schmerzzustände
  •  Schlafstörungen
  •  Ängste
  •  Depressive Verstimmungen

 

Auf der Website des internationalen Vertriebs von SSP können Sie noch mehr über SSP und seine Wirkungsweise erfahren: Welcome to Unyte-iLs - Integrated Listening

 

Wie läuft das Safe and Sound Protocol ab?

 

Ganz einfach erklärt:

Sie hören Musik über Kopfhörer, während ich bei Ihnen bin.

 

Etwas Genauer:
SSP besteht aus 5 Musik-Einheiten à 60 Minuten. Diese Einheiten sollen an 5 aufeinanderfolgenden Tagen gehört werden. Während des Hörens, nehme ich immer wieder Kontakt zu Ihnen auf, um zu überprüfen, ob es Ihnen gut geht und ihr Nervensystem eine Botschaft von Sicherheit bekommt. Diese Form der Co-Regulation ist wichtig und wesentlich. Gerade bei traumatisierten oder sehr gestressten Menschen kann das Training des Vagus Nervs auch zu einer Überlastung führen. Dann kann die Sitzung unterbrochen werden und ich unterstütze Sie dabei, Ihr Nervensystem wieder in einen Zustand von Sicherheit zu bringen. So kann es auch sein, dass wir zusammen entscheiden, Pausen zwischen den einzelnen Terminen einzulegen oder kürzere Hörzeiten zu durchlaufen. Je nachdem wie ihr System auf die Intervention reagiert. Das heißt, es könnten auch 2-3 Termine pro Woche sein, statt an 5 aufeinanderfolgenden Tagen oder an 10 Tagen je eine halbe Stunde oder eine andere Vorgehensweise. Dies wird immer individuell an Ihre Reaktionen angepasst.

Für die Sitzungen sollten Sie aber jeweils 2 Stunden Zeit reservieren, so dass keine Eile entsteht und Sie in Ruhe die Musik hören und wir die jeweiligen Reaktionen besprechen und angemessen regulieren können.

Bei den Kosten für das SSP setze ich meinen normalen Stundensatz an, d.h. je nach Anzahl der Sitzungen und des Zeitaufwands entstehen unterschiedliche Kosten.

 

Wenn Sie Interesse daran haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf – wir können uns dann gerne zu einem Vorgespräch treffen!